Never trust the Wetterarsch

Warum Apple das nicht hinkriegt, in der Wetter-App (bei uns heisst sie nur noch “de Wetterarsch“) mal eine vernünftige Vorhersage, oder auch nur ein richtiges aktuelles Wetter zu integrieren, weiss auch keiner.

Jedenfalls bin ich trotz trüben Wetterarsch-Aussichten heute mittag zur Burgruine Richterwil gelaufen, bei strahlendem Sonnenschein, sauberer Luft und Vogelgezwitscher.


Mach’s doch auch mal wie ich. Steh von deinem viel zu bequemen Bürosessel auf, iss dein Mittagssandwich bei einem Spaziergang in der Grünzone um die Ecke. Tut gut, und macht nach dem Essen wieder munter.

Rant der Woche: Instakotz

Zugegeben: Am Anfang fand ich das ja auch ganz lustig. Also, so Instagramme auf alt gemacht ins Netz zu pusten. Aber mal ehrlich: Gehen diese extrem-Fake-Fokussierten, LSD-Trip-Farbverfremdeten, oder durch “Alt-Filter” völlig an Farbfreude entwerteten Bilder nicht auch allmählich auf den Sack? Und umso schlimmer: Am Anfang waren es ja nur ein paar wenige Apps mit diesen Spielereien. Aber spätestens nach der Übernahme von Instagram durch Facebook sollte klar sein: diesen Mist werden wir demnächst überall sehen.

Fakt bleibt: Scheiss-Fotos werden nicht besser durch Scheiss-Filter. Dies ist eine Addition, keine Multiplikation (ihr wisst schon, Minus mal Minus…). Scheiss-Filter machen Scheiss-Fotos einfach noch Scheissiger.

Wenn ihr mal drauf achtet: Die richtig guten Bilder auf Instagram (ja und davon gibt es ein paar) sind i.d.R. erstens nicht mit dem Mobiltelefon aufgenommen, und zweitens in aller Regel nicht mit Instakotz-Filtern verfremdet.

Ja, auch ich nutze Instagram hin und wieder. Und erwische mich immer wieder dabei, wie ich nacheinander alle der angebotenen Filter durchteste, und am Schluss doch das Originalbild poste. Warum? Weil’s so besser aussieht!

Das wirklich schlimme ist, dass die breite Masse anfängt zu meinen “das muss so”, und bereits ein Lawineneffekt ausgelöst wurde, bei der Handyfotos mit Instakotz-Garantie das Internet überfluten.

Leute. Wenn ihr wissen wollt, wie gute Fotos aussehen, schaut doch bitte mal bei Flickr vorbei. Oder 500px.

Bitte.

(in stiller Hoffnung, dass diese Dienste die Filterei nicht auch noch in ihre Apps übernehmen.)

Kost nix – ist nix, wo bleibt die Garbage Collection?

Aus Nic’s Artikel greife ich hier mal das Thema “Finde die Perlen im Müllhaufen” aus Sicht eines Entwicklers auf. Oder anders: wie wird man seine tolle AppStore-App, an der man Monate entwickelt hat, noch an die Downloader, wenn Schrott, Müll und Abzocke den App Store regieren?

Ich selbst lade kaum noch kostenlos-Apps herunter. Eigentlich höchstens nur noch, wenn ich irgendwo eine Empfehlung lese, oder wenn es zumindest eine “free” und “paid” Version gibt. Das Thema “ich kann die Apps nicht ausprobieren” war schon zum Start vom App Store heiss diskutiert. Drum führte Apple unter anderem auch “in app” Käufe ein. Man könnte also seine App kostenlos machen, und nach einer festgelegten Zeit oder Anzahl Benutzungen den vollen Funktionsumfang nur über einen In-App Kauf freischalten.

Das macht aber de-facto kaum jemand. Warum weiss ich ehrlich gesagt selber nicht. Vielleicht ist der Programmieraufwand zu hoch. Oder die Benutzer zu frustriert, wenn plötzlich Features verschwinden, und man dafür zahlen soll (wer liest schon Pop-Ups, die auf dies hinweisen). So bleibt der “Try before you buy” Weg nur über doppelte App Versionen (free & paid), was sehr nervig ist. Zwei mal Kodieren, zweimal Submitten und zweimal Updaten. Und dann der ganze Haufen Mist bei den Apps.

Wenn man jetzt wie nic nach einer “Garbage Collection” seitens Apple fragt, so kommt doch dann hier gleich wieder die Androiden-Meute, die “Zensur” schreit. Kommt nicht von ungefähr, der Google Market Play Store ist noch mehr verseucht von Schrott Apps. Das kann der Weg nicht sein.

Viel mehr ein besseres Bewertungssystem, und tatsächlich eine Einführung eines “Trial-Period” Features würden hier vermutlich mehr bringen. Allenfalls noch eine Automatische Löschung der Free-App, sofern innert einen Jahres weniger als 100 Downloads (die Zahl habe ich jetzt willkürlich gewählt) erfolgten. Dazu noch Löschung einer Kostenpflichtigen App aus dem Store, wenn 1 Jahr lang kein Entwickler-Account bezahlt wurde. Mit einfachen Mitteln die Pfuscher aussieben geht eigentlich nur so. Nicht über Kontrolle, denn so viel Kontrolleure kann sich selbst Apple nicht (mehr) leisten.

Blase 2.0?

Ich bin heute morgen einige Zeit nicht aus dem Kopfschütteln herausgekommen: Facebook kauft Instagram für 1 Milliarde Dollar.

Aber was kauft sich Hr. Zuckerberg da eigentlich? Instagram, dass sind 1 iPhone App, 1 Android App, und Serverinfrastruktur. Mit der App kann man Bilder schiessen, mit Unschärfe versehen, auf alt trimmen und auf Instgrams Cloud laden, und noch “liken”. That’s it. Ich meine: THAT’S IT. Mehr nicht.

Als Programmierer überlege ich mir, wie lange hätte ich dafür gebraucht so etwas auf die Beine zu stellen. Alleine sicher nicht mehr als 3 Monate. Und dafür 1 Milliarde? Come on…

Instagram hat nach eigenen Angaben 30 Millionen Nutzer und hostet über 1 Milliarde Bilder, demnach bezahlt Facebook für jeden User 33 Dollar, oder für jedes Bild 1 Dollar. Wenn man sich dann noch überlegt, dass die meisten Instagram Nutzer sowieo schon Facebook Nutzer sind und die Bilder bereits bei über Instagram bei Facebook gepostet werden – was gewinnt hier Facebook?

Ist es um Konkurrenz auszuschalten? Ich sehe Instagram überhaupt nicht als Konkurrenz für Facebook. Hier geht’s schliesslich ausschliesslich um Fotos, die sowieso schon (unter anderem) bei Facebook gepostet werden.

Und überhaupt, womit verdient Instagram überhaupt Geld? Überraschung: es verdient gar kein Geld – noch nicht zumindest. Werbung wollen sie wohl machen. Irgendwie.

Also: Warum kauft Facebook – entschuldigung – schleudert Facebook mit Geld nur so um sich? Ich finde keine wirkliche Erklärung. Gar keine. Bin dankbar über jede Idee.

Für mich sieht dies nach einer neuen Internetblase aus. Die Web Blase 2.0 quasi. Viele Firmen werden scheinbar gnadenlos überbewertet. Auch der geschätzte “Marktwert” von z.B. Twitter geht ja auch auf keine Kuhhaut. Womit wollen die das ganze Geld wieder rein holen? Mit Werbung? Erinnert sehr an die vielen Bierdeckel-Business-Cases um 1998-2002, wo auch alles mit klick-Werbung bezahlt werden sollte.

Nun, dann wünsche ich viel Erfolg, und gratuliere Kevin Systrom und Mike Krieger zum neuen Multi-Millionärsdasein. Ich weiss nur, dass bei übermässiger Werbung oder User-Abzocke die Nutzer ganz schnell von Instagram auf etwas anderes wechseln werden. Because there’s an App for that.

I love that website! Fifty Three – Paper

Meine Twitter Timeline spülte mir einen Link zur Fifty Three – Paper – App an Land. Ich habe die App noch gar nicht getestet, werde sie aber zumindest mal ausprobieren, weil ich allein schon von der Website begeistert bin.

Einfach nur gut gemacht, die Einfachheit, der Fokus auf Content und die Aufgabe der App. Sehr schön gemacht!

Hier geht’s zur App (Gratis, die guten Features gibt’s aber wohl erst als in-App-Purchase):

(PS: Nein, ich verdiene nichts am Link)

UPDATE

Dachte, ich poste hier noch meine erste Kreation. Muss sagen: App gefällt, mir fehlt aber noch das eine oder andere Feature (z.B. Bilder in der iOS Library abzulegen, aber vielleicht kommt das noch) . Am besten gleich den “Essentials” Pack kaufen, einzelne Features zu ziehen macht irgendwie keinen Sinn…

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Appell an die Softwareentwickler der Welt

Solche Bilder lassen bei mir immer die Hutschnur platzen:

Dieses ungemein nützliche, UNVERZICHTBARE völlig überflüssige HP Shortcut Manager Programm (was letztlich nur dazu dient, auf gedrückte Tasten am HP Scanner zu reagieren; nur ist der in 99.999% der Zeit, die mein Rechner läuft sowieso nicht angeschlossen!) frisst dermassen viel CPU-Zeit, dass eine Akkuladung vom Macbook statt 6-7 Stunden nur noch 1-2 Stunden hält. Nun bin ich mit Rechnern wenigstens noch soweit bewandert, dass ich erstens das Problem überhaupt bemerke, und zweitens mich im Mac OS X genug auskenne, um das Problem zu beheben (HP Scan Schrott wird beim Anmelden vom Benutzer gestartet, Systemsteuerung >> Benutzer >> Anmeldeobjekte >> entfernen ; macht vielleicht Sinn, dass ihr alle mal checkt, was für Schrott-Services dort noch gestartet werden). Die “Herr und Frau Schwyzer”, oder wie man im grossen Kanton sagen würde “Otto Normalverbraucher” kriegen das vielleicht aber gar nicht mit. Manche bekommen es vielleicht mit, wissen aber nicht, wie sie es beheben können, fluchen dann auf Apple und Twittern das halbe Internet voll, dass das mit Steve Jobs nicht passiert wäre. Ja und manchen mag das tatsächlich sogar egal sein.

Nun: Mir ist es nicht egal.

Liebe Softwareentwickler dieser Welt. Es gibt Wege und Möglichkeiten, wie man Hardware-Services schreiben kann, die unter 0.5% CPU Last laufen. FANGT ENDLICH AN ZU LERNEN, WIE MAN SOFTWARE SCHREIBT!! Hört auf, ständig von unendlichen Ressourcen auszugehen. An einem Computer hängt in der Regel mehr Hardware, als nur der Scanner aus der eigenen Firma. Und es läuft meist mehr als nur ein Programm. Wer hier immer nur die Zeilen runter hackt ohne gross Nachzudenken, und dabei in Möwen-Manier (“Findet Nemo”) immer nur “meins, meins, meins, meins, meins” ruft, der muss sich nicht wundern, wenn eine gewisse Obst-ähnlich klingende Firma alleine mit iPads mehr Umsatz macht, als die oben genannte Firma mit PCs. Wer meint, Software hat keinen Einfluss auf die Umwelt, der irrt!

Zum Beispiel Stromverbrauch: Mein Macbook hat ca. 70Wh Akku-Ladung. Mit dem HP-Scanner-Krampf würde ich also mindestens die doppelte Energie für die gleiche Arbeit verbrauchen: macht 70Wh durch den Schornstein. Mal hochrechnen: 3 Akku-Ladungen in der Woche, mal 52 Wochen gibt etwa 10kWh. Wenn jetzt nur 1000 Leute weltweit das Problem haben, ein schlechtes Produkt gekauft und installiert zu haben (und das ist sehr niedrig geschätzt!) gehen jedes Jahr 10 Mega-Watt durch den Schornstein. Wegen schlechter Software. Und das war nur eine.

Software ist zwar schnell geschrieben. Deshalb mögen wir Software ja so gerne. Software ist eben – soft. Nicht verlötet, verschweisst, verschraubt. Wäre es das, würden wir uns den Einsatz von Ressourcen beim Programmieren wohl viel genauer überlegen. Aber Software läuft nun mal nicht ohne Hardware. Und wenn ich Software schreibe, die 2 CPU Kerne benötigt statt – effizienter programmiert – nur einem, und auf einem Server rund um die Uhr läuft, dann werden eben Ressourcen halt einfach verpulvert. Tag für Tag für Tag. Und die Webnutzer müssen länger warten, weil das Programm länger benötigt, um die Daten zu verarbeiten. Und der Browser auf der CPU im Rechner des Nutzers verbraucht dann auch mehr Energie – beim Nichtstun!

Wir haben Software heute überall. Von der Armbanduhr, über Geschirrspülmaschinen, bis in Smartphones, Computer und Server. In Fernsehern. Sogar in Staubsaugern. Und überall steht zu wenig Entwicklungszeit zur Verfügung, und schlechte Energieeffizienz der Software wird deshalb viel zu wenig beachtet.

Aber kostet ein wenig Bewusstsein und Nachdenken bei der Arbeit wirklich so viel Zeit? Einfach mal 2-3 Gedanken mehr beim Runterhacken der Zeilen Code zu spendieren, ob der extra-Thread, der 99% CPU braucht wirklich nötig ist?

Denkt mehr nach! Schreibt bessere Software! (Hier der 10 Seiten lange Rant über Adobe Flash gelöscht… ;-)

25 Milliarden

Apple verzeichnet über 25 Milliarden App Downloads. Mal grob überschlagen, dass 1/3 Bezahldownloads sind, gerundet 7.5 Milliarden Bezahl Downloads. Durchschnittspreis angenommen von 2 Dollar, gibt 15 Milliarden. Davon Apple 30%, also gerundet 5 Milliarden Dollar. App Store gibt’s seit 2008, also pro Jahr 1.2 Milliarden Dollar.

Natürlich alles nur überschlagen.

Apple machte im Q4/2011 13 Milliarden Dollar Gewinn. Zieht man deren Kosten für Betreiben vom Appstore, Server Hardware, App Reviews etc. ab – sparsam gerechnet 50% – 0.6 Milliarden Dollar pro Jahr. Das sind immerhin etwa 5% vom Gesamtgewinn. Gar nicht mal so übel.

LEGO Digital Designer: ein halbes Farewell

Mein Sohn war eigentlich total begeistert. Ich auch. Nun hat aber der wirklich klasse gemachte LEGO Digital Designer eine deftige Schramme abbekommen. Das wirklich coole daran war ja nicht nur das Zusammenbauen von virtuellen Lego-Geräten, sondern eigentlich, dass man auch direkt online eine Packung dafür Designen konnte und die passenden Teile nebst Anleitung über “Design byME” bestellen. Sowas machte auch ein wirklich einzigartiges Geschenk aus.

Nun hat LEGO bei Design byME leider die Pforten geschlossen. Als Gründe schieben sie nicht erfüllte Qualitätsansprüche vor. Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, ich vermute eher, dass es zu wenig lukrativ war, bzw. zu aufwendig zu realisieren und trotzdem noch vernünftige Preise zu schaffen.

Den LDD gibt’s trotzdem weiter kostenlos zum Download, auch Anleitungen lassen sich noch erstellen, jedoch gibt’s im “Pick a brick” Online Shop leider nicht alle Teile, die der Designer anbietet zu kaufen, so dass das Programm eigentlich nahezu nutzlos wird.

Schade.